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Zitat der Woche: Putin wird so weit gehen, wie ihm Europa zu gehen erlaubt

 

Im Interview mit der NZZ sagt der weissrussische Schriftsteller Sasha Filipenko:

«Im Grunde macht der Westen genau das, womit Putin gerechnet hat, ausser dass Putin vielleicht überrascht ist über das Ausmass der Sanktionen.

Und er hatte nicht erwartet, dass die Ukraine so erbitterten Widerstand leistet.»

Als richtig erwiesen habe sich hingegen Putins Einschätzung, dass der Westen weiterhin mit Russland Handel treiben werde:

«Trotz Sanktionen sind seit Kriegsbeginn zig Milliarden Euro nach Russland geflossen für den Kauf von Öl und Gas.»

Putin kann sich darauf ver­lassen, dass Energie für europäische Wohnungen immer wichtiger sein wird als die Frei­heit der Ukrainer und Russen.

Die Botschaft an Putin: Er «kann sich darauf ver­lassen, dass Energie für euro­päische Woh­nun­gen immer wichtiger sein wird als die Frei­heit der Ukrainer und Russen.»

Filipenko befürchtet, «dass auch Polen oder Litauen, die Russlands nächste Ziele sein könnten, nicht auf die Hilfe der EU zählen könnten.»

Nach seiner Einschätzung wird Putin schauen, «wie weit Europa bereit ist, seiner­seits den Ein­satz zu erhöhen».

Er hält fest: «Putin wird so weit gehen, wie ihm Europa zu gehen erlaubt.»

Ernüchtert fügt Filipenko bei: «Und mein Eindruck ist jetzt nicht, dass Europa ein wahnsinniges Problem damit hätte, wenn sich Putin die Länder holt, die zuvor zur Sowjetunion gehört haben.»

Interview mit Sasha Filipenko, erschienen in der NZZ vom Mittwoch, 22.06.2022, Seite 32

(siehe auch den Blick-Artikel, der das Interview aufgreift).

 

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